Der Vertriebssargnagel 2.1?

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Framal
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Re: Der Vertriebssargnagel 2.1?

Beitragvon Framal » So Jul 16, 2017 6:19 pm

Hallo Bruno,
Es wird 2018 richtig spannend wenn die ersten Klagen gegen Strukturen laufen, allen die Klagen wegen Vermittlung von Kapitalanlagen statt Versicherungen wird dann richtig losgehen!
Bei der DV wird das nicht passieren! Da gehen Anträge auf Fondseröffnungen nur durch, wenn der VB die entsprechende Zulassung hat.

Was sein kann ist jedoch, dass auf Grund des erwähnten Urteiles Fondspolicen nachträglich zu Anlagen gem. § 34 f angesehen werden. Aber das ist ein Problem, welches wir alle haben.

Was machen wir alle nun, wenn wir derartige Anlagen haben? Nachträglich die Eignung feststellen und dokumentieren?

Lg und schönen Restsonntag
Framal

bruno
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Re: Der Vertriebssargnagel 2.1?

Beitragvon bruno » So Jul 16, 2017 9:11 pm

Hi Framal,

Lese mal:"AachenMünchener muss für Beratungsfehler einer DVAG-Vermittlerin zahlen!" Thema: Sargnagel 2.1

Wer heute aus einer Struktur Versicherung vermittelt, kann davon ausgehen dass bei der Beratung immer Fehler gemacht werden.
Und jeder Fehler kann einzeln, zum Verhängnis werden.

Und dass ist auch gut so!


Gruss bruno

Framal
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Re: Der Vertriebssargnagel 2.1?

Beitragvon Framal » Mo Jul 17, 2017 12:40 pm

Hallo Bruno,

eine interessante Geschichte, aus mehrererlei Gesichtspunkten heraus.
Wie der "Versicherungsmonitor" weiter unter Berufung auf das Urteil schreibt, hätte der DVAG-Berater 2011 beim Fondswechsel auch die strengen Beratungsmaßstäbe für Kapitalanlagen anwenden müssen:
MÜSSEN? Den 34 f mit seinen "strengen Regeln" gib es seit 01.01.2013. Das Urteil setzt einen Maßstab an, den es 2011 noch garnicht gab.
Eine Altersvorsorge in einen bereits nicht mehr liquiden Fonds zu hauen ist dilettantisch, und war schon von daher rückabwickelbar. "Insidern" ist auch klar, warum es dieser Fonds war. Der zahlte die höchsten Einheiten/Provisionen im Verhältnis zum Risiko (jedenfalls bei Außerachtlassung der möglichen Schließung).

Aber bezieht sich das Urteil tatsächlich auf eine Rechtslage, die erst 2 Jahre später zum Gesetz wurde?

Und wenn das mit der Rechtsprechung so weiter geht, was schlussfolgern wir?

Lg
Framal

bruno
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Re: Der Vertriebssargnagel 2.1?

Beitragvon bruno » Di Jul 18, 2017 11:02 am

Hier eine Veröffentlichung aus den Jahre 08.11.2011
100 Promille Courtage: Haftungsfalle oder Selbstmord für Versicherungsmakler?
- Wie Pools ihre Versicherungsmakler als Partner direkt ans Messer liefern -
„Wir beleuchten den Markt“: 100 Promille Courtage – „extrem günstig“?

Ein Maklerpool lockt mit bemerkenswert hoher Courtage – doch leider kommt es darauf für die Maklerhaftung nicht an: Schließlich gibt es bei dem beworbenen Produkt, einer „Risiko-LV“, nicht nur etwa die fünffache Courtage – sondern auch die Prämienhöhe ist etwa doppelt so hoch, im Vergleich zum günstigsten Anbieter: Würde ein Makler auf die Idee kommen, seine Kunden mit dieser „extrem günstigen“ Police zu versorgen, wäre ihm die Haftung wegen Verstoßes gegen eine Kernpflicht nahezu sicher.

Versicherungsmakler als „leichte Beute“ des Versicherers
Versicherer die allabendlich im Fernsehen werben, müssen natürlich auch ihre Kosten decken – doch bei einer derart hohen Courtage kann sich auch später noch die Frage stellen, ob die Courtagenzusage und die Prämie wucherisch überhöht war, also sowieso unwirksam ist. Bei einer Risiko-LV wird sich der Versicherungsmakler auch schwer tun, auf bessere Bedingungswerke zu verweisen – der Versicherungsfall „Tot oder noch lebendig“ ist schließlich nicht annähernd so kompliziert, wie bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung, wenn man mal von Vampiren und Zombies absieht.
Wucher bei Prämien und Courtagen wird gerichtlich überprüft
Wenn der Kunde sich später auf Wucher beruft, wird dies regelmäßig gerichtlich überprüft, ggf. auch mit Sachverständigengutachten. Dabei gilt sowohl für die Prämie wie auch für die Courtage (relativ in Promille oder in absoluter Höhe in EURO) eine Wuchergrenze beim doppelten des marktüblichen. Entsprechende Verträge könnten sich dann als unwirksam erweisen.
Entzug der Zulassung: Muss der Versicherer einen Maklerpartner der IHK melden?
Zu den Risiken und Nebenwirkungen gehört auch, dass die IHK beispielsweise ein Bußgeld verhängen könnte – oder gar die Zulassung entziehen:
Schließlich könnte aus dem Verdacht eines Kunden, betrogen worden zu sein, ein Strafverfahren mit Verurteilung werden. Welchem Versicherungsmakler wird es wohl gelingen, im Vorfeld bei seinen Kunden eine Unterschrift unter die Erklärung zu bekommen, dass der Kunden „sehenden Auges gerne über die Gesamtlaufzeit z.B. 21.000 Euro zuviel bezahlt“? Vielleicht hält der Kunde den Ball auch erst mal flach, und denkt daran, dass solch ein Fall gleichsam „die Altersversorgung seines Anwaltes“ darstellt, der dann später eine hübsche Rechnung an den Versicherungsmakler stellen darf – zuzüglich Zinsen und Kosten, versteht sich.


Promille-Test für den Kunden – Depperl-Test für den Makler

Der Pool müsste für das „extrem günstige“ Angebot an den Makler eigentlich noch ein Formblatt „Musterbelehrung für dumme Kunden“ liefern – jeder Richter würde sich jedoch fragen, ob in solchen Extremfällen vom Kunden noch ein Promille-Test verlangt werden sollte, damit man die Kundenunterschrift nicht als „Scherzerklärung“, und damit für bedeutungslos beurteilen muss.

Für den „Pseudomakler“ wäre auch noch an einen „Depperl-Test“ zu denken, denn seine VSH wird in derartigen Haftungsfällen wohl keinen Cent beisteuern.
Die Versicherungsgesellschaft befindet sich hierbei auch noch in der hübschen Situation, dass sie zu prüfen hätte, ob sie solche „staubigen“ Makler nicht selbstständig der IHK nach dem Versicherungsaufsichtsgesetz melden müsste – schließlich werden sich ja Zweifel an der fachlichen Eignung und Zuverlässigkeit aufdrängen.
Marktbereinigung oder Harakiri ?

Der Versicherer müsste sich jedenfalls die Frage gefallen lassen, weshalb er den Pool nicht als seinen Erfüllungsgehilfen erkannt hat – also für dessen Verhalten mit haften wird? Schließlich könnte man ja auf die Idee kommen, bei der BaFin nachzufragen, ob man dort nicht auch der Meinung sei, dem verantwortlichen Vorstand würde es pädagogisch weiter helfen, demnächst eine Akte in Sachen „Entzug der Zulassung“ zu eröffnen?


Liberalisierung und Versichererverantwortung: zur Freiheit verdammt?
Die BaFin hatte Vorschriften zur maximalen Courtagehöhe bei Lebensversicherungen erlassen – diese wurden jedoch nun aufgehoben,. Es wäre aber eine Fehleinschätzung, daraus folgern zu wollen, dass nun beliebig hohe Courtagen gegeben – und in die Prämien eingerechnet – werden könnten. Vielmehr wurden lediglich die festen Grenzen aufgehoben – und damit bleibt es zunächst einmal offen und im Zweifel der Beurteilung der Gerichte überlassen, was erlaubt ist. Wenn man dann im Urteil erfährt, was man nicht hätte machen dürfen, ist „Heulen und Zähneklappern“ die Folge eines solchen „Austestens der Möglichkeiten“.

Diese Erfahrung machen nun schon Versicherer – und deren Kunden - die die Aufhebung fester „Mindesttodesfalleistungen“ zum Anlass genommen haben, möglichst nur noch ein minimalistisches Todesfallrisiko einzurechnen – und damit aus der Lebensversicherung eine steuerpflichtige Kapitalanlage gemacht haben, was die Finanzgerichte dann im Einzelfall beim Kunden feststellen werden.


Wie man sieht es wurde schon November 2011 veröffentlicht!

Denke immer daran jeder Fehler zählt einzeln! Selbst wenn man 20 Fehler gerichtlich standhalten, der 21 ste Fehler eben nicht und das war es dann!

Dieser Satz ist es wonach die Haftung für die Versicherung einläutet!
Der Versicherer müsste sich jedenfalls die Frage gefallen lassen, weshalb er den Pool nicht als seinen Erfüllungsgehilfen erkannt hat – also für dessen Verhalten mit haften wird? Schließlich könnte man ja auf die Idee kommen, bei der BaFin nachzufragen, ob man dort nicht auch der Meinung sei, dem verantwortlichen Vorstand würde es pädagogisch weiter helfen, demnächst eine Akte in Sachen „Entzug der Zulassung“ zu eröffnen?


Die Versicherung haftet für die Provisionsgesteuerten Vertrieb, seitens der Struktur!

1) Damit steht fest:"Das Strukturen oder Vertriebe die Möglichkeit besitzen Versicherungen, jederzeit Bankrott zu machen!

2) Das eine Courtagen oder Provisionen oberhalb des Doppelten der gesetzlichen Vergütung, wegen Wucher null und nichtig sind!

Also zahlt die Versicherung mehr 4,99 % AP der Wertungssumme, ist der abgeschlossene Versicherungsvertrag ungültig und damit nichtig!

Gruss Bruno


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